Noch bevor der MWC 2017 offiziell seine Pforten öffnete hat der südkoreanische Hersteller LG sein neues Flaggschiff LG G6 vorgestellt. Als erstes Smartphone mit dem ungewöhnlichen Seitenverhältnis von 2:1 sorgte der Konzern zuerst für Verwunderung. Diese hat sich im Laufe der Zeit zur Begeisterung verwandelt. Und wie sieht es mit den restlichen Aspekten aus? Diese beleuchten wir in unserem LG G6-Test etwas genauer.

Zurück zu den grundlegenden Dingen

Mit dem neuen LG G6 verabschiedet der Hersteller das modulare Konzept wieder, das mit dem Vorgängergerät (LG G5-Test) eingeführt wurde. Die Gründe dafür waren vielfältig: Zum einen fand das modulare Konzept, so innovativ es auch war, nur sehr wenig Anklang bei der breiten Masse. Vermutlich war LG damit etwas der Zeit voraus. Der größte Grund war vermutlich die mindere Verarbeitungsqualität. Aufgrund des Einschubs an der Unterkante konnte der Hersteller nicht eine derartige Qualität sicherstellen, wie man es von den Vorgängern oder den Konkurrenten gewohnt ist.

LG kehrt wieder zum gewöhnlichen Design zurück

Aber genug über den Vorgänger geplaudert. Widmen wir uns wieder dem aktuellen Flaggschiff. Bei den Materialien setzt LG auf einen Mix aus Aluminium und Glas. Daraus ergibt sich eine besonders hochwertige Haptik, die zudem die Verarbeitungsqualität deutlich unterstreicht. Einziger Nachteil der Glasrückseite bei der schwarzen Variante sind die Fingerabdrücke.

Mit einem Gewicht von 163 Gramm ist das Smartphone relativ leicht, auch wenn es sich in der Hand deutlich schwerer anfühlt. Das vermittelt allerdings ein sehr gutes Gefühl und einen hochwertigen Eindruck. Darüber hinaus ist das Gerät mit IP68-Zeritifkat ausgestattet und somit gegen Staub und Wasser geschützt.

Eines muss allerdings beim Gehäuse schon erwähnt werden: Auch wenn das abgerundete Display beim Galaxy S8 kaum eine tatsächliche Verwendung ermöglicht und man damit zusätzlich noch Gefahr läuft das Display leichter zu zerstören, sieht das Ganze dennoch atemberaubend aus, weshalb es beim LG G6 in Sachen Design einen Punkt Abzug gibt.

LG G6: Großartiges Display

Anders als beim Galaxy S8 verzichtet der Hersteller auf ein abgerundetes Display. Stattdessen möchte der Konzern aus Südkorea mit einem traditionellen Bildschirm überzeugen, der über sehr schmale Ränder verfügt. Das sogenannte FullVision-Display, so nennt LG das Ganze, verfügt über ein Seitenverhältnis von 18:9 (2:1) und ist damit deutlich höher als beispielsweise jenes des Huawei P10.

Diese Methode bringt zwei große Vorteile mit sich: Zum einen schafft es der Hersteller damit ein 5,7 Zoll großes Display in ein Gerät zu pferchen, das nur minimal breiter ist als ein iPhone 7. Dafür ist es allerdings deutlich länger – ganze 10 Millimeter. Zum anderen bietet das FullVision-Display den Vorteil, dass sich das Gerät trotz der enormen Bildschirmdiagonale bequem mit einer Hand verwenden lässt. Dazu hat LG ein paar Softwaretricks integriert, wie beispielsweise eine zusätzliche Steuerungstaste zum Öffnen der Benachrichtigungen am unteren Bildschirmrand.

Trotz der enormen Bildschirmdiagonale besitzt das LG G6 einen praktischen Formfaktor – FullVision-Display sei Dank.

Zudem sorgt das Display für eine atemberaubende Darstellung von Videos und Fotos – eben aufgrund der großen Diagonale. Trotz der Verwendung eines LCD-Panels können sich die Farben durchaus sehen lassen, auch wenn es mit dem SuperAMOLED-Screen des Galaxy S8 nicht mithalten kann.

LG G6: Spezifikationen im Überblick

Trotz älterer Hardware läuft das Smartphone einwandfrei

Samsung hat sich ja bekanntlich das exklusive Vorgriffsrecht auf den Snapdragon 835 gesichert, weshalb LG auf den Vorgänger-Prozessor zurückgreifen musste. Deshalb kommt das LG G6 mit Snapdragon 821 daher. Der Chip ist allerdings alles andere als langsam oder lahm, weshalb der Nutzer dadurch keine wirklichen Nachteile hat. Im alltäglichen Betrieb reicht die Rechenleistung vollkommen aus und bei leistungsintensiven Chips kommt der Prozessor ebenfalls nicht ins Schwitzen. Lediglich die Benchmark-Werte fallen etwas geringer aus. Der Arbeitsspeicher fällt mit einer Kapazität von 4 GB standesgemäß aus. Der interne Speicher beläuft sich auf 32 GB und kann zusätzlich noch mit via microSD-Karte erweitert werden.

Der Akku misst eine Kapazität von 3.300 mAh und kann dank Quick Charge 3.0 besonders schnell aufgeladen werden. Darüber hinaus verfügt das Smartphone wieder über eine kapazitive Ladetechnologie, die das Aufladen ganz ohne Kabel ermöglicht.

Zwei Kamera-Linsen für unterschiedliche Szenarien

Die Kameras des LG G6 überzeugen auf ganzer Linie

Wie auch beim Vorgänger verbaut der südkoreanische Konzern im LG G6 gleich zwei Kamera-Linsen. Eine ist für herkömmliche Fotos zuständig und verfügt über einen 13 MP-Sensor mit einem Winkel von 71 Grad. Der zweiten Linse liegt der gleiche Sensor zu Grunde, allerdings befindet sich davor ein Weitwinkelobjektiv mit einem Sichtfeld von 125 Grad. Hobbyfotografen werden mit den Linsen besonders viel Freude haben, da nicht nur die Bildqualität überzeugt, sondern es zudem sehr viele Einstellungsmöglichkeiten innerhalb der Kamera-App gibt.

Dier Kamera an der Vorderseite wurde ebenfalls mit einem Weitwinkelobjektiv ausgestattet, sodass jetzt ein Winkel von 100 Grad aufgenommen wird. Damit passen gleich mehrere Personen auf das nächste Selfie für Instagram oder Facebook.

LG G6: Fazit

Das neue Flaggschiff von LG ist ohne Zweifel gelungen. Auch wenn das modulare Konzept sehr vielversprechend klang und wir am Anfang ein wenig getrauert haben, konnte das LG G6 überzeugen. Hochwertige Materialien die perfekt verarbeitet sind, ein leistungsstarkes Innenleben gepaart mit einem großen Display und einer großartigen Kamera machen das Smartphone komplett und zu einem echten Allrounder. Der UVP von 749 Euro ist damit durchaus vertretbar.

Display

Leistung

Akku

Design

Verarbeitung

Haptik

Kamera

Ausstattung

Gesamtbewertung

Benchmarks

GeekBench (Single-Core): 1843

GeekBench (Multi-Core): 4410

GFXBench: 3856

Akkulaufzeit: 9:17